Frühlingszeit - Jungvogelzeit

Von Mitte April bis etwa Mitte August ist wieder Jungvogelzeit. Die einheimischen Vögel ziehen dann ihre Jungen gross. Jedes Jahr fallen viele Jungvögel aus dem Nest, gelangen beim Jungfernfl ug in die Fänge einer Katze oder prallen in eine Scheibe. Doch aufgepasst: nicht alle Jungvögel brauchen unsere Hilfe!

Nestlinge

Nestling, Quelle: Wikimedia, Steevie
Nestling, Quelle: Wikimedia, Steevie

Nestlinge sind noch sehr junge Vögel ohne ausgebildetes Federkleid, die noch die Wärme der Eltern brauchen. Aus dem Nest gefallen, sitzen sie oft komplett hilflos am Boden und laufen Gefahr, von der nächsten Katze mitgenommen zu werden. Die Eltern kümmern sich meist nicht mehr um sie. Macht der Vogel einen gesunden Eindruck und ist der Neststandort bekannt, kann man das Tier vorsichtig ins Nest zurücksetzen. Da sind die Überlebenschancen am grössten. Findet man das Nest nicht oder ist es unerreichbar, kann man diese Jungvögel in die nächstgelegeneVogelpflegestation bringen.

Ästlinge

Ästling, Quelle: Wikimedia, Deborah Genini
Ästling, Quelle: Wikimedia, Deborah Genini

Ästlinge sind vollständig befi ederte Jungvögel, die noch nicht gut fliegen können und sich in der Nähe des Nestes aufhalten. Sie sind unter strenger Aufsicht der Eltern und werden regelmässig gefüttert. Sie brauchen unsere Hilfe nicht! Sind Katzen in der Nähe, können Ästlinge auf katzensichere Äste umgesetzt werden.

Segler und Schwalben

Mauersegler, Quelle: Wikimedia, Klaus Roggel
Mauersegler, Quelle: Wikimedia, Klaus Roggel

Aus dem Nest gefallene Segler und Schwalben haben ausserhalb des Nestes keine Überlebenschancen. Bei grosser Hitze im Juni und Juli springen junge Mauersegler gerne vorzeitig aus dem Nest. Die Eltern können sie ausserhalb des Nestes nicht mehr versorgen. Bitte bringen Sie diese Tiere umgehend in die nächstgelegene Vogelpflegestation.

Verletzte Vögel

Bruchverletzungen sowie offene Wunden brauchen rasche, tierärztliche Hilfe. Wer einem Vogel hilft, übernimmt Verantwortung für das Tier und muss allfällige Tierarztkosten selber tragen. Viele Vogelpflegestationen nehmen nur Tiere, bei denen eine Erstversorgung durch den Tierarzt bereits stattgefunden hat. Katzenopfer haben meist ganz schlechte Überlebenschancen; sie erliegen rasch den durch den Katzenbiss übertragenen Keimen. Eine Antibiotikabehandlung durch den Tierarzt kann hier allenfalls helfen, aber nur, wenn sie innerhalb von wenigen Stunden nach dem Biss erfolgt.

Vogel-Transport

Der Transport in eine offizielle Pflegestation oder zum Tierarzt erfolgt am besten in einer mit Haushaltspapier ausgekleideten Kartonschachtel.
Der Jungvogel braucht für diese Reise weder Wasser noch Futter. Überlassen sie die Erstversorgung den Spezialisten.

Jungvögel nicht grossziehen

Der TbB rät davon ab, gefundene Jungtiere selber gross zu ziehen. Es braucht dafür nicht nur eine Haltebewilligung des kantonalen Veterinäramtes, sondern auch profunde Kenntnisse in Vogelpflege sowie Zugang zu hochwertigen Futtermitteln, welche sich nicht im gängigen Zoofach­handel kaufen lassen. Überlassen Sie ihr Findeltier lieber dem geschulten und erfahrenen Personal von anerkannten Pflegestationen.

Wohin mit den gefundenen Jungvögeln?

Vogelpflegestation Oberwil

Danae Schwegler
079 256 12 84 (Hauptnummer)

Nicole Fischli
079 707 27 56 (Stellvertretung)

Huong Buser
076 348 37 23 (Stellvertretung)

Anrufe werden täglich zwischen 08.00 und 21.00 Uhr entgegengenommen.


Storchen- und Vogelpflegestation Möhlin

061 851 22 76 oder 079 256 12 84


Telefonische Auskunft, wie mit gefundenen Jungvögeln umzugehen ist, erteilt nebst dem Tierschutz beider Basel (061 378 78 10) auch das Amt für Wald in Liestal (061 552 56 59).