Notfälle ...

... ausserhalb der Öffnungszeiten des Tierschutz beider Basel

Kollisionen mit Wildtieren auf der Strasse sind nicht die einzigen unvorhergesehenen Ereignisse mit Tieren, in denen rasches Handeln angezeigt ist. Einige Beispiele von Notfällen und was zu tun ist, haben wir für Sie in diesem Bericht zusammengefasst.
Wichtig bei allen Notfällen ist, dass Sie Ruhe bewahren. Denn nur wer ruhig bleibt, kann auch überlegt handeln.

 

Reh im Kornfeld | Quelle: Widimedia, Gernot Blum
Quelle: Widimedia, Gernot Blum

Verkehrsunfall mit einem Wildtier:

  • Warnblinker einschalten und anhalten.
  • Unfallstelle sichern (Pannendreieck, Warnweste).
  • Polizei oder Wildhüter über die Telefon­nummer 117 oder 112 benachrichtigen. (Ein Wildtier anzufahren ist nicht strafbar. Strafbar macht sich jedoch, wer der Meldepflicht nicht nachkommt.)
  • Achtung: Verletzte Wildtiere stehen unter Stress und können gefährlich sein, daher nicht berühren und genügend Sicherheits­abstand bewahren. Verletzte kleine Tiere wie Igel können Sie vorsichtig in eine Schachtel legen und sofort zum Tierarzt bringen.
  • Ist das Wild geflüchtet, markieren Sie den Unfallort und merken Sie sich die Flucht­richtung, damit das verletzte Wild rasch gefunden werden kann. Verfolgen Sie das Wild nicht selbst.
  • Auf Polizei oder Wildhüter warten.

Sie haben ein Haustier angefahren oder ein verletztes Tier gefunden:

  • Warnblinker einschalten und anhalten.
  • Unfallstelle sichern (Pannendreieck, Warn­weste).
  • Packen Sie das verletzte Tier falls möglich in eine Decke ein. 
  • Rufen Sie die nächstgelegene Tierarztpraxis an und bringen Sie das Tier vorbei. Ausser­halb der regulären Dienstzeiten wenden Sie sich an den tierärztlichen Notfall­dienst*. Sollten Sie niemanden erreichen, kontaktieren Sie die Polizei.

In allen Fällen gilt:

Bitte gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass ein angefahrenes Tier tot ist, auch wenn dies bei Kleintieren oft der Fall ist. Überprüfen Sie immer, ob ein Tier noch lebt.

Wer ein angefahrenes Tier verletzt liegen lässt, wird nicht nur wegen Fahrer­flucht, sondern auch wegen Tierquälerei gebüsst. Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass sich ein Lenker um ein verletztes Tier kümmern muss, indem er die Polizei, den Wildhüter oder – bei Haustieren – den Tierarzt oder den Besitzer alarmiert.

Das Anfahren von Wildtieren ist nicht strafbar. Da es sich um einen Unfall handelt muss dieser der Polizei gemeldet werden. Davon ausgenommen sind Greifvögel, aber wenn man auf der sicheren Seite sein möchte und das Tier nicht elend sterben muss, sollte es ebenfalls gemeldet werden. Diese Unfälle stehen unter der Aufsicht von Wildhütern.

Wenn ein Unfall mit einem Wildtier nicht gemeldet wird, kommt es zu einer Strafanzeige durch die Wildhüter oder Jagdaufseher (Rehe, Wildschweine etc.)

Achtung verletzte Wildtiere stehen unter Stress und können gefährlich sein. Deshalb nicht berühren und Abstand bewahren. Ausser bei Igeln!

Bringen Sie tote Tiere von der Strasse weg. Andere Tiere könnten das tote Tier als Beute ansehen und riskieren ebenfalls überfahren zu werden. 

Tier gefunden oder zugelaufen:

Prüfen Sie zuerst, ob es ein Halsband mit einer Adresse trägt. Wenn nicht, könnte es allenfalls einen Mikrochip besitzen. Polizei, Tierärzte oder auch wir helfen Ihnen gerne weiter. Sollte der Eigentümer des Tieres herausgefunden werden können, ist dieser direkt zu benachrichtigen. Falls nicht, ist der Finder gesetzlich verpflich­tet, den Fund der kantonalen Meldestelle anzuzeigen (Art. 720a ZGB). Für die Kantone Basel­-Stadt und Basel-­Landschaft ist der zu kontaktieren.

Über den kantonalen Auftrag hinaus nehmen wir auch Meldungen über entlaufene Tiere entgegen. Der Tierschutz beider Basel ist sich bewusst, dass sich Ausreisser nicht an Kantonsgrenzen halten. Er arbeitet deshalb aktiv mit anderen Tierschutz­-Organisationen im In- und Ausland zusammen.

» Tierfundbüro des Tierschutz beider Basel

Gesetzliche Pflichten des Finders:
Nebst der Meldepflicht muss der Finder ein gefundenes Tier auch angemessen «aufbe­wahren» (Art. 721 Abs. 1 i.V.m. Art. 641a Abs. 2 ZGB). Hierzu gehört nicht nur die Fütterung und Pflege, sondern auch die allenfalls nötige tierärztliche Versorgung. Er ist aber nicht verpflichtet, es bei sich aufzunehmen, sondern hat lediglich für eine geeignete Unterkunft – beispielsweise in unserem Tierheim – zu sorgen.

Mein Tier ist plötzlich krank:

Im Notfall versuchen Sie am besten Ihren Tierarzt telefonisch zu erreichen. Meist wird der Notfall-­Tierarzt Ihrer Region am Anrufbeant­worter genannt.

Erste Handlungen im Notfall:

Oft reagieren kranke und verletzte Tiere verstört, aggressiv und beisswütig. Schützen Sie sich deshalb; z.B. Handschuhe anziehen, Maulkorb bei Hunden.

  • Messen Sie wenn möglich die Atemfre­quenz, die Pulsfrequenz und die Körper­temperatur Ihres Tieres.
  • Verabreichen Sie bitte keine Medikamente ohne Rücksprache mit einem Tierarzt.

Sollten Sie unsicher sein was Sie tun können, helfen Ihnen die Mitarbeitenden des Tierschutz beider Basel während der Öffnungszeiten gerne weiter: 

Tel. 0900 78 78 10 (ab Festnetz 2 Min. gratis, danach CHF 1.90/Min.) oder 061 378 78 10.
Per E­Mail unter: infotbb.ch 

Ausserhalb unserer Öffnungszeiten:
Meldung an die Polizei (gemäss Reglement der kant. Veterinärämter)

Notfalldienste

Tierärztlicher Notfalldienst Basel

Kleintierärzte Basel und Umgebung 
Tel. 0900 993 399
(kostenpflichtig,  ab Festnetz CHF 3.60/min.)


Kleintierklinik Klaus AG

Benzburweg 9
4410 Liestal
Tel. 061 921 66 66


Tierklinik Leimental

Gewerbestrasse 4
4105 Biel­Benken
Tel. 061 722 10 10
Grosstier ­Notfalldienst Tel. 061 722 10 10 


Tiergesundheitszentrum AM BLAUEN

Lochbruggstrasse 15
4242 Laufen
Tel. 061 765 97 00