Fragen rund ums Tierwohl

Hunde

Todesfalle Auto
Todesfalle Auto: Hitze kann töten! 

Bei hohen Aussentemperaturen und Sonnenschein dürfen weder Menschen noch Tiere im Auto zurückgelassen werden – auch nicht für kurze Zeit.
Jedes Jahr sterben im Auto zurückgelassene Hunde an den Folgen eines Hitzschlags. Bereits bei milden 15 °C Aussentemperatur heizt sich der Innenraum eines an der Sonne stehenden Autos auf 50 °C auf. Bei hohen Aussentemperaturen steigen die Temperaturen im Innenraum sogar auf bis zu 70 °C an. Auch geöffnete Fenster oder Schatten bieten dann nicht genügend Schutz. Denn auch mit geöffnetem Fenster und an einem Schattenplatz steigen schon bei einer Aussentemperatur von 20 °C innert weniger Minuten die Innentemperaturen auf über 36 °C und mehr an.
Durch Hecheln vermögen sich Hunde dann nicht mehr natürlich zu kühlen, die Körpertemperatur steigt rapide an, und es droht ein oft tödlicher Hitzschlag durch Kreislaufversagen.

Wie handeln Sie richtig, wenn ein Tier bei hohen Aussentemperaturen im Auto zurückgelassen wird?
(Gilt natürlich auch für Kinder und hilflose Menschen):


➡ Sprechen Sie den Autofahrer bzw. die -fahrerin an oder lassen Sie diese ausrufen.
➡ Lässt sich der Halter oder die Halterin nicht auffinden, rufen Sie die Polizei.
➡ Die Seitenscheibe eines Autos darf erst eingeschlagen werden, wenn der Rettungsdienst nicht rechtzeitig oder gar nicht kommt oder Sie sehen, dass ein dringender Notfall vorliegt: Das heisst, dass das Leben des Tieres nur durch das Einschlagen der Scheibe gerettet werden kann. Ein eingeschlossener Hund der Krämpfe hat, stark zittert oder bereits bewusstlos ist, schwebt in akuter Lebensgefahr! Hier ist sofortiges Handeln unabdingbar!

Das Zurücklassen eines Tieres in einem an der Sonne stehenden Auto ist in jedem Fall tierschutzrelevant und kann zu einem Eintrag im Strafregister führen.
Hitze-Tipps
Hitze-Tipps: So helfen Sie den Tieren durch den Sommer
Nicht nur uns, sondern auch unseren tierischen Begleitern kann die Hitze zu schaffen machen. Für viele Tierarten, die im Gegensatz zu uns Menschen nicht schwitzen können, ist die Gefahr eines Hitzeschlages sehr gross. So ist es besonders wichtig, die Tiere immer mit genügend frischem Trinkwasser zu versorgen, damit sie ihre Körpertemperatur regulieren können und vor Austrocknung geschützt sind. Wir haben für Sie Tipps zusammengestellt, wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen & Co. unbeschadet durch die heissen Tage kommen.

Hunde
➡ Verlegen Sie die Gassi-Runden auf die kühleren Morgen- oder späten Abendstunden und vermeiden Sie längere Spaziergänge in der Mittagszeit.
➡ Überanstrengen Sie Ihren Hund nicht; insbesondere das Laufen neben dem Fahrrad ist bei höheren Temperaturen unbedingt zu unterlassen.
➡ Meiden Sie möglichst aufgeheizte Asphaltwege. Hunde verbrennen sich schnell an den Pfoten; bereits bei einer Lufttemperatur von 25 °C erhitzt sich der Asphalt oft bis zu 50 °C. Können Sie Asphalt nicht umgehen, testen Sie vorher mit Ihrer Hand oder Ihrem Fuss die Temperatur des Bodens. Fühlt er sich heiss an, ist das für Hundepfoten nicht anders.
➡ Auch bei Hunden besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes, dies besonders bei hautempfindlichen, hellen Tieren. Ist eine starke, direkte Sonneneinstrahlung unvermeidbar, schützt eine entsprechende Sonnencrème für Tiere.
➡ Lassen Sie Ihren Hund (auch Kinder und andere Tiere) niemals im Auto zurück! Schon bei milden 20° Grad Aussentemperatur kann sich der Innenraum eines Autos innert weniger Minuten in einen Backofen verwandeln!

Katzen
➡ Wohnungskatzen sollten stets eine kühle Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung haben.
➡ Wie alle Tiere benötigen auch Katzen genügend frisches Wasser. Solche, die nicht ausreichend trinken, können mit fliessendem oder tropfendem Wasser spielerisch dazu animiert werden.
➡ Verschieben Sie Spieleinheiten auf die kühleren Abendstunden.
➡ Sorgen Sie mit Pflanzen für schattige Plätze, an denen Ihre Katze dösen kann.

Kleintiere
In Käfigen oder Freigehegen gehaltene Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel sind durch hohe Temperaturen besonders gefährdet.
➡ Platzieren Sie das Gehege unbedingt an einem schattigen Platz ohne Durchzug, und berücksichtigen Sie dabei, dass sich der Sonnenstand im Tagesverlauf ändert.
➡ Kontrollieren Sie regelmässig, ob noch genügend frisches Wasser vorhanden ist.
➡ Für etwas kühlere Verhältnisse können kalte Steinplatten, eine gefrorene Wasserflasche oder ein feuchtes Handtuch über dem Gehege sorgen.
➡ Vielen Vogelarten bringt eine kleine Badestelle Abkühlung. Das Wasser muss aber häufig gewechselt werden.
Achtung: Blaualgen in stehenden Gewässern
Gefahr für Hunde: Blaualgen in stehenden Gewässern

Was sind Blaualgen?
Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern einzellige Bakterien (sogenannte Cyanobakterien), die giftige Stoffe (Toxine) enthalten und auch in unseren Gewässern häufig vorkommen. Vor allem bei hohen Temperaturen kann es zu einer sehr starken, regelrecht explosionsartigen Entwicklung von Blaualgen kommen. Blaualgen bilden sich in stehenden Gewässern, wenn genügend Phosphor und Sonnenlicht vorhanden ist (Fliessgewässer wie der Rhein sind davon weniger betroffen). Dank der Sonnenwärme bilden sich für Menschen und Hunde gefährliche Bakterien, welche das Gift Anantoxin enthalten. Am häufigsten betroffen von einer Blaualgen-Vergiftung sind Hunde, die gerne schwimmen.

Wie können Sie Blaualgen in Gewässern erkennen?
➡ Ein starker Befall von Teichen, Tümpeln oder anderen Gewässern ist an der ausgeprägten Trübung und starken Grünfärbung des Wassers erkennbar.
➡ Wenn man bis zu den Knien im Wasser steht und die Füsse nicht mehr sehen kann (schlechte Sichttiefe).
➡ Schlieren an der Oberfläche.
➡ Angetrocknete grüne oder blau-schwarze Beläge auf Steinen am Uferbereich: Auch diese können Blaualgen enthalten und beim Ablecken aufgenommen werden.

Was sind die Symptome einer Blaualgen-Vergiftung?
Oft treten die ersten Symptome innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Wasserkontakt auf. Je nach Art der Blaualge können die Symptome unterschiedlich stark auftreten.
Speien, Erbrechen, Durchfall, Schwächeanfall, Atemnot, Zuckungen, Krämpfe, Fieber, Gelbsucht, Befall der Schleimhäute, Lähmungen, Bewusstlosigkeit.

Was sollten Hundehalter beachten?
Jeder Hund mit einer Blaualgen-Vergiftung benötigt sofortige Therapie, also suchen Sie bei einem Verdacht unverzüglich den Tierarzt auf: Es besteht Lebensgefahr durch Blaualgen für Hunde!
Vermeiden Sie am besten generell Gewässer, die mit grünen Schlieren bedeckt sind und erkundigen Sie sich im Vorfeld, ob für den auserkorenen Badesee Warnhinweise vorliegen.

Weitere wichtige Informationen finden Sie hier:
Verbrennungsgefahr auf heissem Asphalt
Achtung: Hundepfötchen auf heissem Asphalt

Sind die Temperaturen hoch, so erhitzt sich auch der Asphalt. Und zwar so stark, dass sich Hunde an den Pfoten verbrennen können – bereits bei einer Lufttemperatur von 25° Grad kann sich der Asphalt auf bis zu 50° Grad erhitzen!

Darum: Wenn sich der Asphalt für Ihre Füsse (oder Hände) heiss anfühlt, dann tut er das auch für die Pfoten Ihres Vierbeiners. Vermeiden Sie in diesem Fall, dass der Hund für eine längere Zeit auf Asphalt gehen oder gar stehen muss (vor allem über die Mittagszeit).
Fellwechsel
Fellwechsel – eine haarige Angelegenheit

Viele Tierhalter kennen es bestens – wenn die Haustiere ihr Winterfell loswerden, ist die ganze Wohnung und jedes Kleidungsstück mit Tierhaaren übersät. Dieser Fellwechsel findet je nach Tierart und Rasse zweimal im Jahr statt und kann sich über Wochen hinziehen.

Der Fellwechsel ist nicht immer angenehm für die Tiere, sondern kann mit Juckreiz verbunden sein. Tierhalter können hier mit regelmässigem Bürsten Abhilfe schaffen: So werden die abgestossenen Haare entfernt und die Durchblutung angeregt. Zudem steigt während des Fellwechsels der Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien, die für den Aufbau neuer Haare benötigt werden. Insbesondere ist eine genügende Zufuhr von Zink, Vitamin A, Vitamin B und ungesättigten Fettsäuren wichtig.
Wenn wir unsere Schützlinge in dieser haarigen Zeit also etwas unterstützen, so geht der Fellwechsel in der Regel ohne Probleme vorbei.
Zecken
Vorsicht Zecken

Mit den wärmeren Temperaturen werden auch die Zecken wieder aktiv und es gilt, Hunde nach einem Spaziergang gründlich auf diese bissfreudigen Tierchen zu untersuchen.
Denn Zecken können sehr gefährlich werden, sowohl für Menschen als auch für Hunde: Zu den gefährlichen, durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten, gehören unter anderem die Borreliose, die Babesiose (auch Hunde-Malaria genannt) und die Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis). Diese Krankheiten können unbehandelt bis zum Tode führen.

Erste Warnsignale sind unter anderem Erschöpfung, Schwäche, Schläfrigkeit, Fieber, Blut im Urin und Appetitlosigkeit. Wenn Sie solche Symptome bei Ihrem Tier beobachten, sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen.

Wenn Sie eine Zecke auf sich oder Ihrem Tier entdecken, entfernen Sie diese umgehend, um eine mögliche Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern.
Grannen
Vorsicht: Grannen beim Hund
Viele Hundebesitzer wissen nicht, wie gefährlich das Herumtollen ihres Vierbeiners durch ein Getreidefeld werden kann: Eine Granne kann für Hunde sehr schmerzhaft sein und zu ernsthaften Verletzungen führen.

Was sind Grannen?
Grannen sind dünne, scharfe, stachelige Pflanzenteilchen, die sich beispielsweise an den Ähren verschiedener Getreidearten befinden und das Korn umschliessen. Sie verfügen über kleine Widerhaken, die sich beim Kontakt, zum Beispiel durch das Herumstreifen durch ein Feld, am Fell festheften. Durch ihre Widerhaken können sie durch Abschütteln nicht entfernt werden. Im Gegenteil, sie können so immer weiter in das Fell gelangen und sogar in die Haut eindringen. Im schlimmsten Fall können sie bis ins Gehirn oder die inneren Organe vordringen und zum Tode führen. Solche Extremfälle sind zum Glück relativ selten. In Hundepfoten, Ohren, Nase oder Augen kommen Grannen jedoch oft vor und können dem Vierbeiner grosse Schmerzen bereiten.

Was sind typische Symptome?
➡ Exzessives Ablecken der betroffenen Stelle
➡ Vermehrtes Kratzen
➡ Humpeln
➡ Augen zukneifen
➡ Vermehrtes Kopfschütteln oder Schiefhaltung
➡ Schwellungen, z.B. an den Pfoten oder Augen
➡ Starkes Niesen, Nasenausfluss

Was sollten Sie tun, wenn Ihr Hund betroffen ist?
Finden Sie eine Granne im Fell Ihres Hundes, entfernen Sie diese am besten vorsichtig mit einer Pinzette. Steckt eine Granne bereits in der Haut, in Ohren oder Nase, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf.
Hunde sollten daher nach jedem Spaziergang untersucht werden. Insbesondere an Ohren, Augen, Pfoten, Nase, Mund, Achselhöhlen und Genitalien. Nicht nur Grannen, sondern auch Zecken und andere Kleintiere können Hunde mit nachhause bringen.
Am besten lassen Sie Ihren Vierbeiner nicht durch ein Getreidefell oder hohen Wiesen rennen. Das gilt zurzeit schon aus Rücksicht auf Wildtiere (Leinenpflicht) und die Ernte.
 
Maulkorb
«Hunde mit Maulkorb sind aggressiv!»
Dieses Vorurteil hören wir leider immer wieder. Doch nicht immer sind Hunde, welche einen Maulkorb tragen, bissig oder gar «böse». Es gibt viele weitere Gründe, warum ein Hund einen Maulkorb trägt beziehungsweise warum es sinnvoll ist, dass er daran gewöhnt ist:

➡Der Hund soll nichts vom Boden essen oder auflesen. Zum Beispiel in einem Gebiet mit akuter Giftköderwarnung ist ein Maulkorb mit entsprechender Fressbremse sinnvoll.
➡Der Hund trainiert, einen Maulkorb zu tragen. Es gibt Länder, die z.B. im öffentlichen Verkehr oder für bestimmte Hunderassen einen Maulkorb vorschreiben. Stehen Ferien in einem solchen Land mit dem Vierbeiner bevor, muss auch er einen Maulkorb tragen. Hat man das nie sorgfältig geübt, wird dies schwierig.
➡Der Hund ist noch nicht voll sozialisiert und der Halter möchte auf Nummer sichergehen.
➡Der Hund muss aufgrund von Auflagen einen Maulkorb tragen.

Wenn einem also ein Hund mit einem Maulkorb entgegenkommt, heisst das noch lange nicht, dass dieser aggressiv ist. Wir sollten vielmehr die weiteren Gründe in Betracht ziehen – denn in der Regel dient das Tragen eines Maulkorbes dem Schutz des Hundes.
Wir empfehlen, dass Sie das Tragen eines Maulkorbes mit Ihrem Hund in kleinen Schritten behutsam und mit viel positiver Verstärkung trainieren. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Hund den Maulkorb nicht mit etwas Negativem verbindet, um ihn beim Tragen nicht noch mehr Stress auszusetzen.
Achtung: Sonnenbrand bei Hunden
Nicht nur wir Menschen, sondern auch Hunde und andere Tiere können einen Sonnenbrand bekommen. Die Sonne wird jedes Jahr stärker und es gilt, nicht nur uns, sondern auch unsere Tiere vor Sonnenbrand zu schützen. Denn häufiger Sonnenbrand kann bei Tieren Hautkrebs begünstigen, genauso wie bei uns. Vor allem gefährdet sind Tiere mit weissem oder rotem, kurzem Fell und wenig Unterwolle, wie z.B. Dalmatiner, weisse Bulldoggen, Whippets und Beagles. Ebenso Katzen mit weissem oder rotem Fell oder zumindest weissem Kopf können einen Sonnenbrand bekommen. Auch betroffen sind Nackthunde und Nacktkatzen, da bei diesen Rassen das Fell als natürlicher Schutz fehlt.
Am meisten betroffen sind Stellen, die besonders exponiert sind, wie Ohrenspitzen, Nase, Lippen, Bauch, Augenpartie und Innenseite der Beine.

➡ Wie können Sie Ihre Tiere schützen? Am besten, indem vor allem um die Mittagszeit eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird. Sorgen Sie also für genügend Schattenplätze für Ihre Vierbeiner. Wenn man die Sonne nicht vermeiden kann, schützt hier eine gute Sonnencreme. Achten Sie darauf, ein spezielles Sonnenschutzmittel für Tiere zu verwenden, da viele gängige Sonnencrèmes für Menschen Substanzen enthalten, die gefährlich für Tiere werden können.

Katzen

Katzen im Frühling kastrieren / sterilisieren
Mit dem Frühling startet auch die Paarungszeit
Mehr als 1,8 Millionen Katzen leben in Schweizer Haushalten. Mit dem Beginn der Paarungszeit im Frühling appellieren wir an alle Katzenhalter*innen, ihre Samtpfote sterilisieren oder kastrieren zu lassen. Das erspart dem Tier Stress und verhindert einen unkontrollierten Nachwuchs.

Verwilderte Katzen in freier Wildbahn
Auch in der Schweiz besteht ein akutes Katzenproblem: Verwilderte Hauskatzen leben auf Bauernhöfen, Industriearealen, in Schrebergartenanlagen oder in Gärten von Privatpersonen. Die meisten von ihnen wurden bereits selber in freier Wildbahn geboren und vermehren sich dort munter weiter. Verwilderte Katzen gebären in der Regel 2 Mal im Jahr 1 bis 7 Welpen. Sie haben eine erlernte Scheu vor Menschen und geben diese auch an ihren Nachwuchs weiter.
Nimmt die unkontrollierte Vermehrung ihren Lauf, wächst die wilde Population rasant an. Krankheiten breiten sich aus und Katzenelend entsteht.

TBB-Katzenkastrationsaktionen gegen das Tierleid
Wir führen regelmässig Kastrationsaktionen durch, um dieses Tierleid zu verhindern. Dazu gehören eine umfassende und kompetente Beratung, telefonisch und vor Ort, das Ausleihen von Fallen sowie die finanzielle Beteiligung an den Kastrationskosten. Unterstützen Sie unsere Tierschutzarbeit, indem Sie die Augen offen halten und die Stiftung auf herrenlose, verwilderte Katzen oder Katzenpopulationen aufmerksam machen (Beratungsstelle Tierschutz unter der Telefonnummer 061 378 78 78).
Achtung: Sonnenbrand bei Katzen
Achtung Sonnenbrand
Nicht nur wir Menschen, sondern auch Katzen und andere Tiere können einen Sonnenbrand bekommen. Die Sonne wird jedes Jahr stärker und es gilt, nicht nur uns, sondern auch unsere Tiere vor Sonnenbrand zu schützen. Denn häufiger Sonnenbrand kann bei Tieren Hautkrebs begünstigen, genauso wie bei uns. Vor allem gefährdet sind Tiere mit weissem oder rotem, kurzem Fell und wenig Unterwolle, wie z.B. Dalmatiner, weisse Bulldoggen, Whippets und Beagles. Ebenso Katzen mit weissem oder rotem Fell oder zumindest weissem Kopf können einen Sonnenbrand bekommen. Auch betroffen sind Nackthunde und Nacktkatzen, da bei diesen Rassen das Fell als natürlicher Schutz fehlt.
Am meisten betroffen sind Stellen, die besonders exponiert sind, wie Ohrenspitzen, Nase, Lippen, Bauch, Augenpartie und Innenseite der Beine.

➡ Wie können Sie Ihre Tiere schützen? Am besten, indem vor allem um die Mittagszeit eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird. Sorgen Sie also für genügend Schattenplätze für Ihre Vierbeiner. Wenn man die Sonne nicht vermeiden kann, schützt hier eine gute Sonnencreme. Achten Sie darauf, ein spezielles Sonnenschutzmittel für Tiere zu verwenden, da viele gängige Sonnencrèmes für Menschen Substanzen enthalten, die gefährlich für Tiere werden können.
Achtung: Offene Wasserstellen
Vorsicht bei offenen Wasserstellen!

Wenn Sie einen Pool, eine Regentonne, einen Teich oder eine andere offene Wasserstelle im Garten haben, decken Sie diese unbedingt ab oder stellen Sie eine Ausstiegshilfe zur Verfügung. Solche ungesicherten Wasserstellen stellen eine grosse Gefahr für Katzen, Igel, Insekten und andere Tiere dar. Fallen die Tiere hinein, kommen sie ohne Ausstiegsmöglichkeit nicht mehr heraus und ertrinken.
Hitze-Tipps
Hitze-Tipps: So helfen Sie den Tieren durch den Sommer

Nicht nur uns, sondern auch unseren tierischen Begleitern kann die Hitze zu schaffen machen. Für viele Tierarten, die im Gegensatz zu uns Menschen nicht schwitzen können, ist die Gefahr eines Hitzeschlages sehr gross. So ist es besonders wichtig, die Tiere immer mit genügend frischem Trinkwasser zu versorgen, damit sie ihre Temperatur regulieren können. Wir haben für Sie weitere Tipps, wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen & Co. unbeschadet durch die heissen Tage kommen.

Hunde
Verlegen Sie die Gassi-Runden auf die kühleren Morgen- oder späten Abendstunden und vermeiden Sie längere Spaziergänge vor allem über die Mittagszeit. Achten Sie darauf, Ihren Hund nicht zu überanstrengen; insbesondere Fahrrad fahren ist bei diesen Temperaturen unbedingt zu unterlassen. Falls Sie über Asphalt-Wege laufen müssen, testen Sie vorher mit der Hand oder den Füssen die Temperatur des Bodens, damit Ihr Hund nicht seine Pfötchen verbrennt. Lassen Sie Ihren Hund (auch Kinder und andere Tiere) niemals im Auto zurück! Schon bei milden 20° Grad Aussentemperatur kann sich der Innenraum eines Autos innert weniger Minuten in einen Backofen verwandeln!

Katzen
Wohnungskatzen sollte stets ein kühler Platz drinnen zur Verfügung stehen, an den sie sich zurückziehen können. Wie alle anderen Tiere benötigen auch Katzen genügend kaltes Wasser. Wenn Ihre Katze nicht gerne von alleine trinkt, können Sie sie mit fliessendem oder tropfendem Wasser spielerisch zum Trinken animieren.

Kleintiere
Besonders gefährdet bei diesen hohen Temperaturen sind Kleintiere, die in Käfigen oder Freigehegen gehalten werden, wie Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel. Hier ist unbedingt ein Schattenplatz für das Gehege zu wählen. Bitte beachten Sie, dass sich der Sonnenstand im Laufe des Tages ändert. Käfige dürfen zudem nicht im Durchzug stehen, denn dies kann bei den Tieren zu ernsthaften Krankheiten führen. Kontrollieren Sie zudem regelmässig, ob noch genügend frisches Wasser vorhanden ist, da es bei diesen Temperaturen rasch verdunstet.
Grannen
Vorsicht: Grannen bei Katzen
Eine Granne kann für Katzen (und Hunde) sehr schmerzhaft sein und zu ernsthaften Verletzungen führen.

Was sind Grannen?
Grannen sind dünne, scharfe, stachelige Pflanzenteilchen, die sich beispielsweise an den Ähren verschiedener Getreidearten befinden und das Korn umschliessen. Sie verfügen über kleine Widerhaken, die sich beim Kontakt, zum Beispiel durch das Herumstreifen durch ein Feld, am Fell festheften. Durch ihre Widerhaken können sie durch Abschütteln nicht entfernt werden. Im Gegenteil, sie können so immer weiter in das Fell gelangen und sogar in die Haut eindringen. Im schlimmsten Fall können sie bis ins Gehirn oder die inneren Organe vordringen und zum Tode führen. Solche Extremfälle sind zum Glück relativ selten. In Pfoten, Ohren, Nase oder Augen kommen Grannen jedoch oft vor und können den Vierbeinern grosse Schmerzen bereiten.

Was sind typische Symptome?
➡ Exzessives Ablecken der betroffenen Stelle
➡ Vermehrtes Kratzen
➡ Humpeln
➡ Augen zukneifen
➡ Vermehrtes Kopfschütteln oder Schiefhaltung
➡ Schwellungen, z.B. an den Pfoten oder Augen
➡ Starkes Niesen, Nasenausfluss

Was sollten Sie tun, wenn Ihre Katze betroffen ist?
Finden Sie eine Granne im Fell Ihrer Katze, entfernen Sie diese am besten vorsichtig mit einer Pinzette. Steckt eine Granne bereits in der Haut, in Ohren oder Nase, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf.
Freigänger-Katzen sollten daher regelmässig untersucht werden und deren Fell gepflegt. Insbesondere an Ohren, Augen, Pfoten, Nase, Mund, Achselhöhlen und Genitalien. Nicht nur Grannen, sondern auch Zecken und andere Kleintiere können Katzen mit nachhause bringen.
 

Igel

Igel im Frühling
Igel beenden zwischen März und April ihren Winterschlaf und sind dann unterwegs auf Futtersuche.

Grosser Nahrungsbedarf nach dem Aufwachen
Zwischen März und April geht der Winterschlaf dem Ende entgegen und die ersten Igel sind unterwegs. Teilweise nutzen Igel ihr Schlafnest allerdings noch bis in den Mai hinein.
Die Sterberate der Igel, vor allem der Jungtiere, ist während des Winterschlafs sehr hoch. Die überlebenden Igel haben fast ein Drittel ihres Körpergewichtes verloren und sind auf Wasser und Nahrung angewiesen, um ihre Reserven wieder zu füllen.
Igel sind Insektenfresser und ernähren sie sich hauptsächlich von Käfern, Käferlarven, Puppen, Raupen, Regenwürmern, Ameisen, Mücken, Spinnen, Ameisen und Schnecken. Bekanntermassen ist das Insektensterben dramatisch und die Menge verfügbarer Nahrung für den Igel begrenzt. Ein kurzfristiges Angebot von geeignetem Futter durch den Menschen kann den geschwächten Igeln nach dem Aufwachen sehr helfen. Das Futter darf nicht von anderen Tieren wie Katzen, Mardern und Füchsen erreichbar sein. Hierfür gibt es im Handel Futterhäuschen mit Klappe. Das natürliche Nahrungsangebot kann durch gekauftes Futter nicht ersetzt werden, dem Igel kann aber ein Ersatzfutter angeboten werden. Dafür eignet sich Nass- oder Trockenfutter für Jungkatzen mit hohem Eiweissanteil. Die kommerziellen, teuren Igelfutter sind meist mit vielen Kohlehydraten angereichert und daher für den kurzen Igeldarm nicht geeignet.
Die Zufütterung sollte zeitlich begrenzt bleiben und nicht dazu dienen mehrere Igel an einen Ort zu locken. Hier bestünde die Gefahr einer Übertragung von Infektionen und Parasiten.

Vorsicht bei Gartenarbeiten
Stechen Sie nicht mit Mistgabeln oder Ähnlichem in Kompost-, Laub- oder Asthaufen– es könnte sich noch ein Igel darin befinden. Wird ein Igel versehentlich aufgestöbert, so ist dieser sofort wieder zuzudecken und in Ruhe zu lassen. Wenn Gartengeräte wie Fadenmäher oder Mähroboter genutzt werden müssen, dies bitte nur tagsüber und unter vorherigem Absuchen der zu mähenden Flächen.

Wie kann ich dem Igel am Besten helfen?
Der beste Igelschutz ist der Schutz seines Lebensraumes. Ein intakter Lebensraum mit Nahrungsangebot und Rückzug ermöglicht den Tieren, nach ihrem Winterschlaf rasch ihre Kräfte wieder zu erlangen, eine ungefährliche und ungehinderte Partnersuche und die Aufzucht der Jungen. Dazu sollen Gärten möglichst naturnah belassen bleiben. Laub-, Ast- und Komposthaufen dienen Larven und Insekten oft als Versteck und bieten eine reiche Nahrungsquelle für die stacheligen Tierchen. Schächte sollten abgedeckt oder mit einer Ausstiegshilfe versehen werden.
 
Igelnotfall
Wenn Sie einen kranken Igel finden, zögern Sie nicht, sichern sie ihn mit einem Tuch oder Handschuhen, wenn möglich in einer Kiste mit mindestens 30 cm Wandhöhe und holen sie sich Hilfe bei den Igelexperten, welche telefonisch erreichbar sind und gerne Auskunft geben.
Das Tierheim an der Birs erreichen Sie unter der Nummer 061 378 78 78, Auswahl 1, zwischen Montag und Samstag von 08.00 h – 12.00 h und 13.30 h – 16.00 h. Allgemeine Fragen zu Igeln, die keinen Notfall betreffen, werden Ihnen auch gerne per Mail beantwortet:  tierschutz@tbb.ch. Die Notfallnummer von Pro Igel ist unter 0800 070 080 von 16:00-20:00 Uhr erreichbar. Unter www.igelzentrum.ch oder www.proigel.ch finden Sie zusätzlich eine Liste bewilligter Pflegestationen mit entsprechenden Telefonnummern.
Wenn Sie einen offensichtlich verletzten Igel finden, bringen Sie diesen schnellstmöglich zu einem igelkundigen Tierarzt. 

Appell an Autofahrer
Nebst der Futtersuche ist im Frühling auch der Paarungstrieb der Igel oft die Ursache, dass Igel Strassen überqueren und dabei überfahren werden. Achten Sie deshalb gerade auch auf Strassen innerhalb von Dörfern und Städten auf Igel, welche die Fahrbahn überqueren. Bleibt ein Igel auf der Fahrbahn sitzen, tragen Sie ihn in seiner Laufrichtung über die Strasse und setzen sie ihn 2-3 m vom Strassenrand entfernt vorsichtig ab. Verwenden Sie dazu Handschuhe oder ein Tuch.
 
 
So leben Igel

Igel gehören zu den ältesten Säugetiere und sind extrem anpassungsfähig. 

Territorium
Im Jahresverlauf besiedeln Igelmännchen ein Revier von ca. 1 km2, Weibchen 5 bis 11 ha (= 7 bis 15 Fussballfelder). Da Igel Artgenossen tolerieren teilen sich mehrere ein Revier. Innerhalb ihres Territoriums legen sie beträchtliche Distanzen zurück, in einer Nacht bis zu 1.5 km. 

Alter und Fortpflanzung
Igel werden durchschnittlich vier bis fünf Jahre alt. Ein Weibchen bringt pro Wurf vier bis sieben Junge zur Welt. Dreiviertel davon überleben jedoch nicht einmal das erste Lebensjahr.

Winterschlaf 
Igel machen einen Winterschlaf, der bei uns etwa von Ende Oktober, Anfang November bis ca. April dauert. Sie bauen für die Winterruhe ein Nest aus Reisig und Laub. Während dieser Zeit nehmen sie keine Nahrung zu sich und verlieren 20 bis 40% ihres Gewichts. Deshalb müssen sie sich vorher Fettreserven aneignen (Mindestgewicht 450 bis 500 g).

Wann helfen?

Hilfe brauchen nur Igelbabys, ernsthaft verletzte und/oder kranke Igel.
Dazu gehören offensichtliche äussere Verletzungen, Apathie, röchelnder Atem, Zittern, eingefallene Augen oder wenn ein Igel sehr mager ist.
Findet man blinde Igeljunge (Alter etwa 14 bis18 Tage) und zeigt sich auch nach mehrstündiger, vorsichtiger Beobachtung kein Muttertier, handelt es sich um Waisen. Haben Sie den Verdacht, dass ein Igel krank oder verletzt ist, fassen Sie ihn bitte nicht mit blossen Händen an. Nehmen Sie Handschuhe oder ein Tuch, legen Sie den Igel in eine grosse Kartonschachtel, die Sie vorher mit Zeitungspapier ausgelegt haben. Notieren Sie sich den genauen Fundort sowie die Fundzeit und kontaktieren Sie schnellstmöglich einen Tierarzt oder das Tierheim an der Birs.
Es ist in jedem Fall zu bedenken, dass die Bereitstellung igelgerechter Lebensräume dem Igelschutz weit mehr dient, als die Pflege von schwachen und kranken Tieren, deren Überlebensaussichten ohnehin gering sind. 

Tipps für einen intakten Igel-Lebensraum

Igel sind als Wildtiere nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Im Siedlungsraum  bevorzugen sie reich gegliederte Gärten und Parks mit verwilderten Hecken. Gebüsche und Hecken aus einheimischen Sträuchern, Baumwurzeln oder ein Schuppen bieten den nachtaktiven Tieren tagsüber Unterschlupf und den Weibchen Schutz für die Aufzucht der Jungen. Holzstapel, Laub- und Reisighaufen ermöglichen die Anlage frostsicherer und trockener Winterverstecke.

Tipps bei Gartenarbeiten
Schichten Sie einen Teil des Strauch-, Hecken- und/oder Baumschnittes zu Haufen auf oder lassen Sie diese liegen (der Heckenschnitt kann einfach unter die Hecke gekehrt werden). Damit Igel genug Nahrung haben, vermeiden Sie häufiges Mähen und Düngen, da dies eine reiche Insektenwelt verunmöglicht. Ist ein Igel in ein Versteck eingezogen, keinesfalls vor anfangs Mai stören, da er sich im Winterschlaf befindet. 
Neben Insekten verspeisen die Tiere gerne Schnecken. Schneckenkörner und andere Gifte sind für Igelfreunde tabu. Steilwandige Teiche, Swimmingpools oder andere offene Wasserstellen sollten Sie mit einem igelgerechten Ausstieg versehen oder zudecken, ansonsten ertrinken die hineingefallenen Igel (und andere Tiere).

Tipps für Autofahrer
Vor allem während der Paarungszeit legen Igel grosse Strecken zurück und überqueren oft auch Strassen. Achten Sie auf Igel auf Strassen, insbesondere nach Sonnenuntergang. Wenn Sie einen Igel auf der Strasse entdecken, dürfen Sie ihm auch gerne über die Strasse helfen: Nehmen Sie ein Tuch (oder ähnliches) und tragen Sie den Igel in seiner Laufrichtung über die Fahrbahn und setzen ihn in sicherer Entfernung ab. 

Tipps im Sommer
Bei hohen Temperaturen und Trockenheit haben Igel oft Mühe, genügend Wasser und Futter zu finden. Helfen Sie in diesem Fall, indem Sie im Garten einen Wassernapf hinstellen. So haben die Igel (und auch andere Tiere) die Möglichkeit, zu Flüssigkeit zu kommen.

Aufgefundene tote Igel

In der Regel können Tierkadaver an der Kadaversammelstelle der Gemeinde (Stadt) abgegeben werden. Bei vielen Gemeinden ist diese Stelle beim Werkhof eingerichtet.

Achtung: Tote Igel gehören weder in die Kehricht- noch in die Grünabfuhr.

Wildtiere

Tiere im Sommer unterstützen: Mit einem Vogelbad für Abkühlung sorgen
Hohe Temperaturen machen nicht nur uns Menschen, sondern auch den Tieren zu schaffen. Tiere sind jetzt besonders froh um frische Wasserstellen. Denn natürliche Wasserstellen wie Pfützen und Rinnsale trocknen bei dieser langanhaltenden Hitze schnell aus. Die Tiere haben dann oft Mühe, Wasserstellen zu finden. Wenn Sie einen Balkon oder Garten haben, können Sie mit kleinem Aufwand den Vögeln, Igeln, Insekten und Co. eine Freude bereiten.

Tipps für ein sicheres Vogelbad:
➡ Füllen Sie eine breite, flache Schale (oder z.B. einen Blumentopfuntersetzer) mit Wasser.
➡ Legen Sie ein paar Steine oder etwas Holz in die Schale. Das hilft Insekten, Igeln und anderen Tieren, besser an das Wasser zu gelangen und wieder hinauszukommen.
➡ Wechseln Sie das Wasser mindestens einmal am Tag. Die Schale sollte gut ausgespült und hin und wieder geschrubbt werden. Das verhindert die Übertragung von Krankheiten.
➡ Stellen Sie die Schale an einen schattigen Platz. Nicht direkt neben einen Busch, wo sich Katzen unbemerkt anschleichen könnten.

Und zum Schluss: Wussten Sie das? Vögel können nicht schwitzen, sondern kühlen sich - genau wie Hunde - mit Hecheln ab. Darum sieht man im Sommer immer wieder Vögel, die mit offenem Schnabel dasitzen und schnell atmen.
Jungvogel gefunden - wann braucht er Hilfe?
Von Mitte April bis etwa Mitte August ist Jungvogelzeit. Die einheimischen Vögel ziehen dann ihre Jungen gross. Jedes Jahr fallen viele Jungvögel aus dem Nest, gelangen beim Jungfernflug in die Fänge einer Katze oder prallen in eine Scheibe. Doch aufgepasst: Nicht alle Jungvögel brauchen unsere Hilfe.
So brauchen zum Beispiel Ästlinge keine. Ästlinge sind fast vollständig befiederte Jungvögel, die das Nest bereits verlassen haben, aber noch nicht gut fliegen können. Sie stehen unter strenger Aufsicht der Eltern und werden regelmässig gefüttert. Diese Entwicklungsphase dauert bei den meisten Arten etwa eine Woche. Durch Rufe zeigen sie den Vogeleltern an, wo sie sich befinden. Auch wenn sich die Eltern nicht gerade in deren Nähe befinden, darf man Ästlinge auf keinen Fall einfach mitnehmen. Sind Katzen in der Nähe, können Ästlinge auf katzensichere Äste umgesetzt werden.

In folgenden Situationen ist ein Eingreifen erforderlich:
➡Der Jungvogel ist nackt oder kaum befiedert: Hier handelt es sich um einen Nestling, der noch dringend die Unterstützung der Eltern braucht. Ausserhalb des Nestes wird er von den Eltern nicht gefüttert oder gewärmt und hat keine Überlebenschance. Macht der Vogel einen gesunden Eindruck und ist der Neststandort bekannt, kann man das Tier vorsichtig ins Nest zurücksetzen. Da ist die Überlebenschance am grössten. Findet man das Nest nicht oder es ist unerreichbar, kann man diese Jungvögel in die nächstgelegene Vogelpflegestation bringen. Wussten Sie, dass, im Unterschied zu vielen Säugetiereltern, Vögel ihren Nachwuchs weiterhin annehmen, auch wenn man ihn mit den Händen berührt hat?
➡Der Jungvogel ist verletzt (Bruchverletzungen, offene Wunden): Diese Vögel brauchen rasche, tierärztliche Hilfe. Der Transport zum Tierarzt oder zu einer Wildvogelpflegestation erfolgt am besten in einer mit Haushaltspapier ausgekleideten Kartonschachtel. Wir empfehlen, die Tierarztpraxis oder die Station vorgängig telefonisch zu informieren.
➡Der Vogel wurde von einer Katze gebracht: In diesem Fall benötigt er raschmöglichst ein Antibiotikum. Im Speichel der Katze sind Bakterien enthalten, die über die Mundschleimhaut der Katze in die Blutbahn des Vogels gelangen und unbehandelt zum Tod führen. Bringen Sie den Vogel zur nächstgelegenen Tierarztpraxis.
➡Es handelt sich um einen Mauer- oder Alpensegler: Am Boden aufgefundene Segler (egal ob alt oder jung) sind immer in akuter Not und bedürfen menschlicher Hilfe. Bergen Sie das Tier und kontaktieren Sie eine Wildvogelpflegestation oder die Stiftung TBB Schweiz.
➡Der Jungvogel befindet sich an einer gefährlichen Stelle (z.B. auf der Strasse): Hier sollte man den Vogel aus der Gefahrenzone bringen und an einen geschützten Ort setzen, aber nie weiter als 10 Meter von der Fundstelle entfernt.
Mauersegler gefunden - was tun?
Im Sommer sind sie kaum wegzudenken: Gruppen von Mauerseglern, die mit ihrem schrillen, unverwechselbaren Ruf hoch über den Häusern ihre Flugkünste vollbringen: Bei ihren Flugmanövern können sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreichen.
Der Mauersegler ist perfekt an das Leben in der Luft angepasst. Einzig zum Brüten lässt er sich zu seinem Nest hinab, das sich unter Ziegeln, in Mauerhöhlungen oder Mauerseglernistkästen unter unseren Hausdächern befindet. Ausserhalb der Brutzeit hält er sich für zehn Monate nahezu ohne Unterbrechung in der Luft auf. Er schläft und paart sich auch während dem Flug. Weil die Mauersegler eben so stark an den Luftraum angepasst sind, haben sie dementsprechend auch kleine Füsse, die sich für Bodenlandungen und die Fortbewegung am Boden nicht sonderlich eignen.
An Tagen mit sehr grosser Sonneneinstrahlung kann es vorkommen, dass Jungvögel wegen Überhitzung das Nest vorzeitig verlassen und eine Bruchlandung erleiden. Sie sind ohne menschliches Zutun zum Sterben verurteilt.

Wenn Sie also einen Mauersegler am Boden finden, ist dieser immer in einer prekären Situation. Wir haben für Sie Tipps bereit, wie Sie in diesem Fall vorgehen sollten:
➡ Ist der Mauersegler verletzt oder handelt es sich um ein nacktes Küken?
Wenn Sie erkennen, dass der Mauersegler verletzt oder krank ist oder es sich um ein nacktes Küken handelt, dass noch nicht flügge ist, ist sofortige Hilfe erforderlich! In diesem Fall muss der Vogel so schnell wie möglich zu einer Vogelpflegestation (https://www.vogelwarte.ch/pflegestation). Wichtig: Verwenden Sie auf keinen Fall einen Käfig oder einen Katzenkorb für den Transport. Hier besteht die Gefahr, dass sich der Vogel beim Herumflattern sein Gefieder an den Stäben beschädigt. Am geeignetsten ist eine Kartonschachtel, die mit Haushaltspapier, Tüchern oder Heu ausgelegt und mit Luftlöchern im Deckel versehen wird.
➡ Ist der Mauersegler ausgewachsen, flügge und unverletzt?
Scheint der Mauersegler gesund, adult und flugfähig, so legen Sie ihn auf Ihre Hand und überprüfen Sie, ob er die Flügel symmetrisch hält. Falls dem so ist, können Sie einen Flugversuch wagen. Dazu halten Sie die flache Hand mit dem Vogel darauf auf Kopfhöhe und geben ihm genügend Zeit zum Abflug. Ist der Mauersegler gesund, wird er von alleine davonfliegen. Macht er das nicht, bringen Sie ihn wie oben beschrieben zu einer Vogelpflegestation oder zu uns ins Tierheim.
Wichtig: Den Mauersegler niemals in die Luft werfen!
Wildunfall - was tun?
Wildtier angefahren – was tun?

Traurig aber wahr: Praktisch täglich werden Wildtiere angefahren. Denn selbst den aufmerksamsten Fahrzeuglenkern kann ein Unfall passieren: Tieren rennen oft unvermittelt auf die Strasse, so dass ein Ausweichen nicht mehr möglich ist. Zudem bleiben insbesondere Rehe bei Scheinwerfer-Licht vor Schreck stehen, da sie das Licht nicht mit dem sich nähernden Auto in Verbindung bringen und so die Gefahr nicht erkennen.

Was ist zu tun bei einem Wildunfall?
Falls ein Fahrzeuglenker ein Tier anfährt, ist dies noch nicht strafbar. Strafbar wird man aber, wenn man eine der nachfolgenden gesetzlichen Pflichten missachtet. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Tier verletzt am Boden liegen bleibt oder verletzt zurück in den Wald springt.
Pflichten bei einem Wildunfall:
➡ Sofort anhalten (sofern es die Verkehrssituation zulässt), die Warnblinker einschalten und die Unfallstelle mit einem Pannendreieck sichern.
➡ Sofortige Meldung an die Polizei (117) oder, falls bekannt, an den zuständigen Wildhüter oder Jagdaufseher und warten bis zu deren Eintreffen. Die Polizei verständigt den Wildhüter oder Jagdaufseher, welcher zu jeder Zeit ausrückt. Dieser stellt dann auch die Bestätigung über den Wildunfall aus, welche für die Versicherung nötig ist.
➡ Nie versuchen, das Tier zu berühren oder gar selber einzufangen. Das würde das Tier nur noch mehr in Angst versetzen und zusätzlich stressen.
Achtung: Offene Wasserstellen
Vorsicht bei offenen Wasserstellen!

Wenn Sie einen Pool, eine Regentonne, einen Teich oder eine andere offene Wasserstelle im Garten haben, decken Sie diese unbedingt ab oder stellen Sie eine Ausstiegshilfe zur Verfügung. Solche ungesicherten Wasserstellen stellen eine grosse Gefahr für Katzen, Igel, Insekten und andere Tiere dar. Fallen die Tiere hinein, kommen sie ohne Ausstiegsmöglichkeit nicht mehr heraus und ertrinken.
Gartenarbeiten - So schützen Sie unsere Wildtiere
Im Frühling stehen Gartenarbeiten an. Auch die hiesigen Wildtiere sind zu dieser Zeit vermehrt unterwegs und die Elterntiere ziehen ihre Jungen auf.

Unsere Tipps, damit Wildtiere im Garten nicht zu Schaden kommen:
➡ Rasenmähen: Falls Sie einen Mähroboter besitzen, sollten Sie diesen nur tagsüber und unter Aufsicht einsetzen. Insbesondere junge Igel können durch diese Geräte tödlich verletzt werden. Aufgepasst auch beim Einsatz von anderen motorisierten Gartenwerkzeugen wie Fadenmäher, Freischneider, Motorensensen etc.
➡ Offene Wasserstellen: Wenn Sie einen Pool, eine Regentonne, einen Teich oder eine andere offene Wasserstelle im Garten haben, decken Sie diese unbedingt ab oder stellen Sie eine Ausstiegshilfe zur Verfügung. Ungesicherte Wasserstellen stellen eine grosse Gefahr für Katzen, Igel, Insekten und andere Tiere dar. Fallen die Tiere hinein, kommen sie ohne Ausstiegsmöglichkeit nicht mehr heraus und ertrinken.
➡ Gift: Verzichten Sie auf die Verwendung von Pestiziden, Kunstdünger etc. Solche Mittel enthalten Gifte, welche für Tiere tödlich sein können.
➡ Heckenschnitt: Während der Brutzeit (März bis September) ist gemäss dem Schweizer Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) der Rückschnitt von Pflanzen verboten. Dies zum Schutz der Wildtiere. Verzichten Sie bis Ende der Brutzeit auf einen radikalen Rückschnitt von Hecken und Bäumen. Diese bieten vielen Vögeln einen sichern Rückzugs- und Brutort.
➡ Laub- und Asthaufen: Lassen Sie diese ruhig liegen. Solche Holz- und Laubhaufen bieten vielen Tieren einen sicheren Platz.

Weihnachten

Weihnachtsgefahren für unsere Tiere
Achtung hier lauern Gefahren für unsere Vierbeiner

➡ Christstollen und anderes (Weihnachts-)Gebäck:
Diese Gebäcke werden oft aus Hefeteig zubereitet. Der Hefeteig kann schmerzhafte Blähungen verursachen. Zudem enthält solches Gebäck oft Weintrauben (Rosinen), welche zu Vergiftungen oder gar zum Tode führen können.

➡ Lebkuchen, Weihnachtsguetzli, Schokolade und Co.:
Diese süssen Speisen enthalten häufig Kakao, Zimt, Muskatnuss und/oder Bittermandeln. Alle diese Zutaten gehören niemals auf den Speiseplan unserer Fellnasen. In grösseren Mengen kann der Verzehr dieser Lebensmittel sogar tödlich enden!

➡ Truthahn oder Weihnachtsgans:
Grundsätzlich sollten keine Essensreste an Tiere verfüttert werden. Die Reste eines Truthahns oder einer Weihnachtsgans sind aber besonders gefährlich: Die gekochten Knochen können splittern und Luft-, Speiseröhre oder den ganzen Darm verletzen.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit mit vielen Gaumenfreuden für Sie und Ihre Familie und Ihren tierischen Begleitern eine unbeschwerte Zeit!
Tiere als Weihnachtsgeschenk?
Die Anschaffung eines Haustieres sollte gut überlegt und nicht überstürzt sein.

Tiere sind Geschenke fürs Leben – im übertragenen Sinne. Sie bereichern unser Leben und bringen uns immer wieder zum Lachen und Staunen. Das kann jeder Tierhalter bestätigen, da sind wir uns sicher. Ein Tier zu verschenken muss aber wohlüberlegt sein und darf niemals überstürzt geschehen. Denn Tiere sind wie wir Menschen sensible Lebewesen, die Freude, Angst, Stress und Schmerzen empfinden können. Sobald man ein Tier bei sich aufnimmt, wird es zum Familienmitglied und bedeutet Verantwortung, Arbeit und nicht zuletzt finanziellen Aufwand – und das ein ganzes Tierleben lang! Bei Hunden kann dies bis zu 14 Jahre, bei Katzen bis zu 20 Jahre und bei Schildkröten schon mal bis zu 60 Jahre sein.

Wer sich also überlegt, jemandem ein Tier zu schenken, muss sich unbedingt überlegen, ob der Beschenkte die Verantwortung dafür übernehmen kann und will. Insbesondere Kinder, die sich ein Tier wünschen, können die gesamte Verantwortung für ein Tier nicht alleine übernehmen. Verschenken Sie also niemals ein Tier, ohne vorher mit dem Beschenkten darüber gesprochen zu haben!

Folgende Fragen sollten Sie sich im Vorfeld unbedingt stellen, bevor Sie sich selber ein Tier anschaffen oder jemand anderem ein Tier schenken:

➡ Habe ich genügend Zeit für ein Tier? Kann ich mein Leben dauerhaft mit einem Tier teilen?
➡ Habe ich ein fundiertes Wissen, wie man das Tier richtig pflegt, versorgt und betreut? Kenne ich seine besonderen Bedürfnisse?
➡ Bin ich bereit, Kompromisse hinzunehmen wie z.B. auf längere Auslandaufenthalte zu verzichten, weniger in Restaurants zu essen etc.?
➡ Habe ich genügend Platz für ein Tier?
➡ Habe ich die finanziellen Mittel, um für das Tier aufzukommen? Auch für unvorhergesehene Tierarztkosten, allfällig Unverträglichkeiten etc.?
➡ Bin ich bereit, das Tier bis an dessen Lebensende zu begleiten?
➡ Bin ich bereit, tierbedingte Schäden hinzunehmen wie zerbissene Schuhe, zerkratze Böden oder haarige Kleidung?
➡ Gibt es Allergien in der Familie?

All diese Fragen sollten unbedingt mit allen Familienmitgliedern zusammen besprochen werden. Andernfalls ist es nicht unwahrscheinlich, dass solche Tiere am Ende im Tierheim landen -  auch wir nehmen immer wieder solche Fellnasen bei uns auf. Helfen Sie mit, dass es nicht zu diesem traurigen Tierschicksal kommen muss!